Podium und Ehrungen prägten die TGTV-Abgeordnetenversammlung

Gabi Wüthrich
08.03.2026

Mit einer Podiumsdiskussion zur Freiwilligkeit, einem Gewinn statt Verlust und vielen Ehrungen setzte die Abgeordnetenversammlung ein starkes Zeichen fürs Vereinsleben. Rund 230 Abgeordnete und Gäste erlebten zudem eine Bühne voller sportlicher Erfolge.

Gabi Wüthrich (wue) - Berg / Präsidentin Karin König-Ess begrüsste Teilnehmende aus 135 Vereinen sowie Ehrenmitglieder, Funktionärinnen, Funktionäre und Gäste aus Politik und befreundeten Verbänden. Den Auftakt bildete eine Podiumsdiskussion unter der Leitung von Philipp Gemperle zum Jahr der Freiwilligkeit. 

Ohne Freiwillige funktionierts nicht

Regierungsrätin Denise Neuweiler betonte: «Grundsätzlich funktioniert Freiwilligenarbeit im Thurgau gut – formell in Sport und Kultur, aber auch informell als Nachbarschaftshilfe.» Cornel Hollenstein (STV) verwies auf Vereinsbefragungen: Die Mitgliederzahlen seien stabil, doch «Mitglieder zu finden, die ein Amt übernehmen, ist seit 1996 eine stete Sorge». Yves Scherrer, OK-Präsident des Turnfests Gachnang-Islikon, berichtete von einem eingespielten OK aus langjährigen Kolleginnen und Kollegen, das «der Turngemeinde etwas zurückgeben» wolle – für Einsätze brauche es jedoch weiterhin Helfende: «Ohne Freiwillige wird es nicht funktionieren.»  

Vereine halten Gemeinde zusammen

Grossratspräsident René Walther erinnerte daran, dass Freiwilligenarbeit auch persönliche Früchte trage: «Man lernt immer etwas, knüpft Beziehungen und hat gegenseitigen Halt.» Gemeindepräsident Toni Thoma brachte es mit Blick aufs Dorfleben auf den Punkt: «Vereine halten die Gemeinde zusammen, sie sind der Kitt im Dorf.» Gleichzeitig seien Anforderungen und Auflagen gestiegen. «Hier hilft die Unterstützung durch die Gemeinde und Erfahrungsaustausch», meinte Scherrer. Als Thoma augenzwinkernd festhielt, «ihr seid trotz Herausforderungen freiwillig hier», gab’s im Saal Lacher. Der Tenor: Vereine dürfen Unterstützung und Wertschätzung erwarten – «nicht nur im Jahr der Freiwilligkeit». 

Zwei neue Ehrenmitglieder

Nach dem Podium präsentierte Finanzchef Christian Müller ein deutlich besseres Ergebnis: Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit Gewinn statt Verlust. Anschliessend folgte die Ehrung der zurückgetretenen Funktionärinnen und Funktionäre. Hampi Somm wurde nach 28 Jahren als Funktionär in diveresen Tätigkeiten und Erika Keller für 16 Jahre als Jugendverantwortliche zu Ehrenmitgliedern des TGTV ernannt. Auch Käthi Stäheli trat nach langjähriger Verbandstätigkeit zurück und erhielt wie Somm zudem die STV‑Verdienstnadel, überreicht von Cornel Hollenstein (STV). 

Erfolgreiche Thurgauer Athleten

Danach gehörte die Bühne dem Sport: Geehrt wurden Athletinnen und Athleten mit Podestplätzen an Schweizer Meisterschaften und internationalen Wettkämpfen. In der Gymnastik überzeugten die Gymnastikgruppe Kreuzlingen und Münchwilen, im Geräteturnen brillierten die Nachwuchsabteilungen aus Eschlikon und Tägerwilen. Sehr starke Resultate im Kunstturnen lieferten die Einzel- und Mannschaftsathleten der Turnfabrik.

Im Korbball bestätigte der Thurgau seinen Status als Hochburg mit Meisterschafts- und Cuppodesten von Neukirch‑Roggwil, Altnau, Zihlschlacht, und dem Nachwuchs Oberthurgau. Im Faustball erzielten Rickenbach-Wilen, Affeltrangen, Wigoltingen, Elgg-Ettenhausen sowie die Ettenhausener Nachwuchsteams und Junior-Regionalauswahlen diverse Podestplätze, mehrere Thurgauer standen zudem international für die Schweiz im Einsatz. 

Neues Organigramm und Turnfest im Jahr 2027

Zum Abschluss stellte der Verband ein neues Organigramm vor: Es schafft klare, in allen Ressorts gleich abgebildete Funktionen und ermöglicht flexible Projektgruppen, etwa für die Gymnaestrada. Der Illhart-Sonterswiler Urs Fuchs gab zudem einen ersten Ausblick aufs Regionalturnfest Seerücken 2027. Mit dem Turnfest Gachnang-Islikon 2026 wirken damit zwei Regionenturnfeste dem Organisatorenmangel im STV entgegen. Verdankt wurden der Apéro der Gemeinde Berg sowie das Jubiläums‑Engagement der Männerriege Berg. Den Schlusspunkt stimmten alle in das traditionell Turnerlied ein. 

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